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Montag, 7. april 2008

von Feldmeister

Ostergruß 2008




Ich bin die Auferstehung und das Leben.

(Joh 11,25)



Liebe Pfadfinder, liebe Leser,


als ich am Karfreitag aufwachte und aus dem Fenster blickte, lag Eichstätt unter einer dünnen Schneedecke, alles war weiß. Irgendwie macht die Natur im Schnee einen erstarrten Eindruck. Man hat nicht mehr das Gefühl, als ob sie lebe. Es kann sehr beeindruckend sein, durch einen schneebedeckten Winterwald zu wandern – aber richtig „warm“ wird man mit ihm nicht.

Ich fand dieses Zeichen, die schneebedeckte Landschaft vor meinem Fenster eigentlich sehr passend. Am Karfreitag ist Jesus Christus für uns gestorben, Er ist im Tode wie erstarrt. Kalt und leblos – auch ohne jede Möglichkeit, eine Beziehung zu Ihm aufzubauen.

Dann aber kommt der Ostermorgen. Das Licht bricht sich Bahn, die Sonne erscheint wieder neu. Es wird warm.

Und der gestorbene Heiland erhebt sich aus dem Grab. Er ersteht aus dem Tod, Er erscheint den Jüngern. Es hat sich etwas wesentliches verändert.

Ihr habt oben meinen diesjährigen Ostervers gelesen. Ich habe lange darüber nachgedacht. Jesus sagt nicht: „Ich werde auferstehen“ oder „Ich bewirke Auferstehung“, sondern Er sagt: „Ich bin die Auferstehung.“ Wie sollen wir das verstehen?

Mir ist dabei vor allem eine Sache wichtig geworden: Wenn wir am Ostermorgen vor dem leeren Grab Jesu stehen und glauben, dann ist das nicht zuerst ein Dogma, oder eine abstrakte Lehre, die wir glauben, sondern es ist eine Person. Es ist Jesus selbst.

Versteht ihr den Unterschied? Das Christentum ist keine „Buchreligion“, es ist eine ganz personale Religion. Jesus will als erstes nicht, dass wir eine Lehre glauben, sondern dass wir Ihm wirklich begegnen. Die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus, die uns die Bibel berichtet, sind in aller Regel keine Stunden, in denen Jesus den Jüngern eine neue Lehre verkündet. Nein, es sind Begegnungen der Liebe zwischen Ihm und seinen Jüngern. Denken wir doch an Maria von Magdala (Joh. 20,11-18), an den Apostel Thomas (Joh 20,24-28), an Petrus und die dreimalige Frage Jesu an ihn: „Liebst Du mich?“ (Joh. 21,15-17).

Jesus ist kein ferner, abstrakter Gott, sondern er ist jemand, zu dem wir eine Beziehung haben können. Dann erhält auch der Glaube eine ganz neue Dimension. Glaube und persönliche Liebe isnd dann ganz eng miteinander verknüpft.

Und das hat Folgen. Wenn wir Jesus persönlich begegnen, dann hat unser Glaube auf einmal ein ganz anderes Fundament, als wenn wir nur irgendwie „logisch“ und mit dem Verstand glauben. Denn in einem solchen Glauben bliebe Jesus wie tot – wie eine Leiche, mit der man nicht „warm“ wird. In einer lebendigen Beziehung zu Jesus können wir auf einmal wirklich glauben – und dann bricht in uns das wahre Licht von Ostern an. Und eine lebendige Beziehung zu Ihm wird auch immer mehr dazu führen, dass wir verstandesgemäß die Lehre der Kirche erfassen – und annehmen können.

Ich glaube, viele Christen wissen das heute nicht mehr: Gott ist nicht fern und abstrakt, sondern Er ist uns persönlich ganz nah und bietet uns Seine Liebe an. Er freut sich, wenn wir mit Ihm unseren Lebensweg gehen – und so wirklich glücklich werden.


Ein gesegnetes Osterfest wünscht euch


euer FM


Sebastian



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